Ozella Music: Helge Lien Trio – Guzuguzu

 (VÖ: 21. April 2017 – Ozella Music/Galileo MC)

Wenn Musik eine Sprache ist, dann können Worte vielleicht andersherum ganz spezifische Klänge beschreiben. Diese faszinierende Vorstellung der Onomatopoesie bildet den Ausgangspunkt für „Guzuguzu“, das nunmehr neunte Album des Helge Lien Trios. Jeder Track darauf basiert auf einem onomatopoetischen japanischen Begriff und den mit ihm verbundenen Assoziationen.

Auch wenn das Konzept hinter der Scheibe recht intellektuell anmutet, trifft eher das genaue Gegenteil zu: „Wir konnten das gesamte Album in einem einzigen Take aufnehmen“, berichtet Lien, „Wir haben fast ein gesamtes Jahr darauf vewendet, „Guzuguzu“ vor zu bereiten. Als wir uns also im Rainbow Studio für die Sessions getroffen haben, was das Album praktisch fertig, um nicht zu sagen ‚garari‘. Wenn ich es mir heute anhöre, bin ich verblüfft darüber, wie nahe es einer Live-Performance kommt.“

Mit nur einer einzigen Ausnahme entspringen alle Stücke dem selben melodischen Motiv. „Guzuguzu“ bewegt sich somit fließend zwischen Komposition und Improvisation und vereint den Geist des Jazz mit symphonischer Themenverarbeitung. Wenn dann die letzten Noten verklungen sind, betritt man als Hörer einen Zustand jenseits von Musik und Wort, getreu Wittgenstein’s berühmtem Aphorismus: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ 

 

Ozella: Live Maria Roggen & Helge Lien – You

Die norwegische Sängerin Live Maria Roggen und ihr Landsmann, Pianist Helge Lien haben für ihr zweites Duo-Album „You“ neun Stücke von nordischen Musikern aus Folk, Pop und Jazz ins Englische übersetzt. Ihre kongenialen, einfühlsamen Neuinterpretationen sind eine Bereicherung für alle, die gutes Songwriting zu schätzen wissen und zeigen, dass Live & Lien derzeit zu den wichtigsten skandinavischen Musikern gehören.

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