JAZZNARTS RECORDS: Thomas Siffling – Flow, VÖ 21.4.17

Thomas Siffling: Flow CD-Cover Jazznarts

Am 21. April erscheint das neue Album von Labelchef Thomas Siffling – Flow auf CD. Mit der neuen eSeries beweist das Label abermals seine moderne Ausrichtung und orientiert sich somit an großen, europäischen Vorbildern. Jazz gilt schon immer als unkonventionelles und sich stetes neuerfindendes Genre. Bei den JAZZNARTS RECORDS eSeries finden Produktionen mit einer Kombination aus Jazz und elektronischen Klangbildern platz.

Nach Siegbert A. Warwitz ist das „Urbild des Menschen im Flow […] das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet“. Weiter gefasst entspricht dies einem Zustand der völligen aber auch mühelosen Konzentration. Vor allem Musiker kennen dieses Flow-Gefühl, ein tiefes Eintauchen, gar Hineinfallen in die eigene Kunst, den Rhythmus und die Klangwelt. Es entstehen Energie, Ekstase und eine neue musikalische Ebene der Wahrnehmung und Verarbeitung. Dies geschieht weder auf eine anstrengende noch bedrückende Art und Weise, es geschieht spielerisch, in einem Fluss, als ob es natürlicher nicht sein könnte. Der Künstler spielt und nähert sich somit im absoluten bzw. sogar kindlichen Ursprung an das Menschsein. Schon Friedrich Schiller sagte einst: „[…] der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ So ent- stehen sowohl für den Künstler als auch für den Zuhörer teilweise außergewöhnliche und magische Momente der Musik.

Auch Thomas Siffling ist sich über den Zustand des Flows vollkommen bewusst. Der Trompeter aus Mannheim weiß sich beim Musizieren mit Leichtigkeit in diesen Trance ähnlichen Zustand zu versetzen. Er schließt die Augen, alles um ihn herum versinkt in Stille und seine ganz eigene und völlig offene Reise in die Welt der Musik beginnt. Der Geist, das Instrument, die Melodie und der Ausdruck zerfließen ineinander während der Flow einsetzt.

Eine Thematik die den Künstler bei dem kreativen Entstehungsprozess zu seinem neuesten Album stets beschäftigt hat. Ziel war es Musik zu schreiben und zu produzieren welche horizontal-sphärisch, entschleunigend im Aufbau, mit Grooves unterlegt und Melodien verziert zum Eintauchen einlädt und somit ein ungeheures Maß an Energie freisetzen kann. So beschreibt es Thomas Siffling: „Eine der größeren Herausforderung war es, eine gesunde Mischung aus Jazz-Kredibiltät aber auch Mainstream/Elektronik-Aspekten zu schaffen.“

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Intuition: Hans Lüdemann & Trio Ivoire – Desert Pulse, VÖ 5.5.2017

1999 begegnete der Kölner Jazzpianist Hans Lüdemann bei einer Reise nach Westafrika dem Balafonspieler Aly Keïta von der Elfenbeinküste. Weil sie sich musikalisch gleich blendend verstanden, gründeten sie das Trio Ivoire, das seither die Verbindungslinien zwischen Jazz und westafrikanischer Musik erkundet.

Hans Lüdemann – Trio Ivoire: Desert Pulse, INT 34462 (CD)

Heartbeats (Lüdemann)
Crum (Lüdemann)
Timbuktu (Lüdemann, Keïta)
Maloya (Keïta)
Le Destin(Lüdemann)
Djonkoloni Kolonia (trad./Lüdemann)
Hombori (Lüdemann)
Love Konfessions (Lüdemann)
Run (Lüdemann)
Wenn du weite Wege gehst (Lüdemann)

Contemplate Music/ Cargo: Studnitzky – KY organic

Studnitzky - Ky organic Cover

Multiinstrumentalist Sebastian Studnitzky hat sich mit dem Schlagzeuger Tim Sarhan und dem Gitarristen Laurenz Karsten ins RecPublica Tonstudio in der polnischen Provinz zurückgezogen und ein Album eingespielt. Die Selbstbeschreibung: „Minimal Techno mit zauberhaft raffinierten Stimmführungen und offene Jazzimprovisationen mit Indie-pop-Harmoniefolgen in Einklang. Rhythmisch, unnahbar und romantisch zugleich.

 

fixcel records: Michal Skulski, Jonas Gerigk, Steffen Roth – LANDGANG

Saxophonist Michal Skulski, Bassist Jonas Gerigk und Schlagzeuger Steffen Roth veröffentlichen ihre CD „LANDGANG“ beim Neckarsteinacher Label fixcel records. Veröffentlichung im Mai 2017.

Ozella Music: Helge Lien Trio – Guzuguzu

 (VÖ: 21. April 2017 – Ozella Music/Galileo MC)

Wenn Musik eine Sprache ist, dann können Worte vielleicht andersherum ganz spezifische Klänge beschreiben. Diese faszinierende Vorstellung der Onomatopoesie bildet den Ausgangspunkt für „Guzuguzu“, das nunmehr neunte Album des Helge Lien Trios. Jeder Track darauf basiert auf einem onomatopoetischen japanischen Begriff und den mit ihm verbundenen Assoziationen.

Auch wenn das Konzept hinter der Scheibe recht intellektuell anmutet, trifft eher das genaue Gegenteil zu: „Wir konnten das gesamte Album in einem einzigen Take aufnehmen“, berichtet Lien, „Wir haben fast ein gesamtes Jahr darauf vewendet, „Guzuguzu“ vor zu bereiten. Als wir uns also im Rainbow Studio für die Sessions getroffen haben, was das Album praktisch fertig, um nicht zu sagen ‚garari‘. Wenn ich es mir heute anhöre, bin ich verblüfft darüber, wie nahe es einer Live-Performance kommt.“

Mit nur einer einzigen Ausnahme entspringen alle Stücke dem selben melodischen Motiv. „Guzuguzu“ bewegt sich somit fließend zwischen Komposition und Improvisation und vereint den Geist des Jazz mit symphonischer Themenverarbeitung. Wenn dann die letzten Noten verklungen sind, betritt man als Hörer einen Zustand jenseits von Musik und Wort, getreu Wittgenstein’s berühmtem Aphorismus: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“