Ozella Music: Helge Lien Trio – Guzuguzu

 (VÖ: 21. April 2017 – Ozella Music/Galileo MC)

Wenn Musik eine Sprache ist, dann können Worte vielleicht andersherum ganz spezifische Klänge beschreiben. Diese faszinierende Vorstellung der Onomatopoesie bildet den Ausgangspunkt für „Guzuguzu“, das nunmehr neunte Album des Helge Lien Trios. Jeder Track darauf basiert auf einem onomatopoetischen japanischen Begriff und den mit ihm verbundenen Assoziationen.

Auch wenn das Konzept hinter der Scheibe recht intellektuell anmutet, trifft eher das genaue Gegenteil zu: „Wir konnten das gesamte Album in einem einzigen Take aufnehmen“, berichtet Lien, „Wir haben fast ein gesamtes Jahr darauf vewendet, „Guzuguzu“ vor zu bereiten. Als wir uns also im Rainbow Studio für die Sessions getroffen haben, was das Album praktisch fertig, um nicht zu sagen ‚garari‘. Wenn ich es mir heute anhöre, bin ich verblüfft darüber, wie nahe es einer Live-Performance kommt.“

Mit nur einer einzigen Ausnahme entspringen alle Stücke dem selben melodischen Motiv. „Guzuguzu“ bewegt sich somit fließend zwischen Komposition und Improvisation und vereint den Geist des Jazz mit symphonischer Themenverarbeitung. Wenn dann die letzten Noten verklungen sind, betritt man als Hörer einen Zustand jenseits von Musik und Wort, getreu Wittgenstein’s berühmtem Aphorismus: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ 

 

Neue CDs bei Jazzology – Jazz im Freien Radio Rhein-Neckar, Bermudafunk

Frank Schindelbeck stellte in seiner Sendung Jazzology im Freien Radio Rhein-Neckar neue CDs der Label Mochermusic, Auand und Alfa Music mit Musik von Jochen Feucht, Alessandro La Corte, Marco Boccia, Zeno de Rossi vor. Die Playlist findet sich auf den Jazzpages.

Herzog Records: Jessica Gall – Picture Perfect

Von jetzt an scheint alles möglich: die in Berlin geborene Sängerin Jessica Gall hat mit ihrem neuen Album „Picture Perfect“ einen Platz zwischen den Erinnerungen an den Jazz und dem endlich wieder aufregenden Olymp der Singer/Songwriter gefunden.

Ihre Songs atmen Stille und Tempo, haben Tiefgang und ausgeprägte Melodien und kreisen thematisch um das Bild eines sich stetig im Wandel befindlichen Lebens. Jessica Galls Stimme ist ein neuer Freiraum anzumerken, doch das tiefgründige Timbre bleibt ihr ureigenstes Merkmal und damit versteht die Ausnahmesängerin es erneut, ihr Publikum zu verzaubern.

http://www.bremme-hohensee.de/kuenstler/jessica-gall.html

fixcel records: Die Fichten spielen beim Just Music Festival 2017

Die Fichten - Foto: Frank Schindelbeck, Jazzfotograf

Die Fichten“ mit Leonhard Huhn (sx), Stefan Schönegg (b) und Dominik Mahnig (dr) spielen beim diesjährigen Just Music Festival in Wiesbaden. Das Debut-Album der Formation erschien bei fixcel records.

Auand: Neue CDs von Swedish Mobilia, Frank Martino & Filippo Vignato

Neue CDs aus dem Hause des italienischen Labels AUAND RECORDS

AU9062 Swedish Mobilia: „It’s Not Jazz, It’s Worse“

“It’s not jazz, it’s worse”, a work on the move
marking the Italian band’s debut under Auand Records

Rock-oriented distortions and sharp sounds on bare drums: Swedish Mobilia’s style makes itself clear from the first bars. A three-piece band as when starting in 2011, the Italian act has now teamed up with Auand Records for the first time.

In their approach to improvisation, Andrea Bolzoni (guitar), Dario Miranda (bass) and Daniele Frati (drums and percussions) play with a mocking sense of humor on the angular Kiss Miss, the sound often hanging in the balance (as in the opening track Two Nights In Tunisia), ideally staring at the abyss that is just one step away, and filling that short distance with fleeting yet firm reverbs – a constant movement that’s become the band’s own equilibrium.

Such a work could only start on the move: «We were getting back to Milan after playing at a festival in Toulouse – Swedish Mobilia say – It was three days of amazing music and people. After a 10-hour road trip we decided to meet and record anyway: a powerful energy surrounded us, and we didn’t want to miss out that chance of capturing it. The result of those sessions is now in this album: images, glimpses, talks, marvels and secrets, transfers and new experiences. Music is always a proof of what you are, of what you have lived, and somehow of your wills and dreams».

Here lays the strength of their interplay: hints to psychedelia peek out from the dark lines traced by electric guitar and bass, relying on drums and percussion. As Don’t You Mind clearly shows, it’s something way beyond ordinary rhythmic support, thus contributing to add layers of sharper lights and shades.

AU9064 Frank Martino:  „Revert“
 E’ dunque un’opera di oggi che bene si colloca nel nuovo percorso di un jazz meticciato non solo dalle musiche del mondo ma dai viaggi umani e tecnologici nelle geografie planetarie.
Paolo Fresu

Revert è il primo album da leader del chitarrista e produttore Frank Martino. Il disco verrà pubblicato il 18 novembre dall’etichetta Auand, distribuzione Goodfellas.

Se da un lato l’album è un ideale proseguimento del lavoro intrapreso con il gruppo MOF del quale Martino è parte integrante da alcuni anni, dall’altro rappresenta la perfetta messa a fuoco della sua visione artistica grazie alla quale la contaminazione tra jazz e musica elettronica trova la sua piena realizzazione.

Il titolo del disco è Revert, fa riferimento ad una sorta di ritorno alle origini soprattutto per quanto riguarda l’aspetto della composizione e dell’improvvisazione, liberandosi di sovrastrutture troppo rigide. Un album che è scevro da caratterizzazioni di genere e che si muove tra i generi con stravagante naturalezza in un dialogo continuo e curioso: se la matrice è fortemente jazzistica, vista la presenza di parti improvvisate e basate sul reciproco interplay, nel disco sono presenti evidenti riferimenti alla musica funky, noise, „tabula rasa“, seriale, rock, Schonberg e Rachmaninov.

La figura anche di produttore del leader, oltre che di chitarrista, assume particolare importanza nell’album, dove lo studio è un vero e proprio strumento alla pari degli altri.

RareNoiseRecords: Led Bib – Umbrella Weather

LED BIB Erkundet musikalische Grenzen auf RareNoise Debut UMBRELLA WEATHER

Mark Holub, Drums
Pete Grogan, Alto Saxophone
Chris Williams, Alto Saxophone
Liran Donin, Bass
Toby McLaren, Keyboard

Die experimentierfreudige und mutige Band Led Bib hat sich mit sieben Alben eine Reputation in der UK Jazz Szene erarbeitet, mit ausgedehnten Improvisationen und genre-übergreifenden, intensiven Exkursionen. AllMusic hat ihre einzigartige Jazzmarke beschrieben als „explosive enough to blow up your speakers“ derweil The Wire meint „This is the sound of a band having fun…like a hot chainsaw through butter.“ Für ihr RareNoise Debut, ergründet die 5-köpfige Londoner Band weiterhin neues Terrain auf Umbrella Weather.

Untermauert vom Schlagzeug des Gründers Mark Holub und den Basslinien von Liran Donin, optimiert mit Keyboard-Aktionen von Toby McLaren, und angeheizt von zwei Altsaxofonen von Peter Grogan und Chris Williams, kreiert Led Bib einen ganz eigenen Stil irgendwo zwischen John Zorn, Ornette Coleman, Charles Mingus und Eric Dolphy. Alles durchtränkt mit Jazz-Rock Sensitivität.

Vom eigenartigen „Lobster Terror“ zu den wilden Texturen des „Too Many Cooks“, vom chaotischen „Skeleton Key to the City“ bis zum turbulenten „At The Shopping Centre“, der expansiven 5-minütigen Ambient Jam „Insect Invasion“, und dem in Walzertakt überraschend lyrischen Abschluss „Goodbye“, hält diese großartige Truppe auf jedem Stück immer ein Element der Überraschung für den Hörer bereit. Und während „Ceasefire“, „The Boot“ oder das groove-lastige „Women’s Power“ sich wie gut gefertigte Kompositionen anhören, erklärt Holub, dass das meiste auf Umbrella Weather sich im Studio ganz organisch entwickelt, nicht zuletzt durch das gute kollektive Miteinander und den 13 Jahren gemeinsamer Erfahrungen in derselben Konstellation. „Wenig ist tatsächlich aufgeschrieben. Wir arbeiten im typischen Jazzstil mit Soli, die in fast jedem Stück komplett offen und frei sind. Dieses Konzept an freier Impro ist mittlerweile ein eigenes Genre, aber wir betrachten es auf eine andere Art und Weise: einige Stücke komponieren wir im Moment, das ist noch etwas anderes als die Assoziation des freien Improvisierens.“

Led Bib formierte sich 2003 als Teil von Mark Holub’s Abschlussarbeit an der Middlesex University. „Wir haben zunächst viele Besetzungen ausprobiert aber zur Zeit der ersten Plattenerscheinung 2005 (Arboretum, SLAM Productions), war die Fomation perfekt und sie ist seitdem so geblieben“, erklärt er. Holub zählt die Lebensläufe seiner Bandmates auf:

„Chris Williams ist womöglich der involvierteste von uns in der Jazzszene, aber definitiv mehr auf der zeitgenössischen Ebene. Er ist Mitbegründer von Let Spin und ein wichtiges Mitglied von Laura Cole’s Metamorphic.

Liran Donin arbeitet als Produzent in Jazz, Pop und World Music, außerhalb von Led Bib’s Schaffensbereich. Besonders hervorzuheben sind Namvula Rennie, Mulatu Astatke, Arun Ghosh and Chrissie Hynde.

Toby McLaren arbeitet ebenfalls als Produzent, zumeist in der Rockwelt. Er spielt Keyboard für The Heavy, eine Art Soul Rock Band, die in den USA erfolgreich sind. Er scheint im Moment mehr dort zu sein, als irgendwo sonst!

Und dann ist da Pete Grogan. Er spielt mit Alex Horne and the Horne Section, The Brothers Ignatius, The Heavy, derweil er mit Ed Sheeran im Studio ist, Musik arrangiert für einen Roald Dahl Film und überhaupt viel Sessions in diesem Genre spielt.“

Holub’s eigene Vorliebe Rock mit Jazz-Einfluss zu spielen, oder anders herum, wuchs mit der Zeit. Er erklärt „Als ich anfing Jazz zu spielen, kam ich mehr von einem Jam Band/experimentellen Rock Hinter- grund…Grateful Dead, Frank Zappa, Captain Beefheart. Und dann bin ich mehr in den Free Jazz der 60er gerutscht, insbesondere Ornette Coleman, aber auch Eric Dolphy, Charles Mingus und Miles Davis.“

Die beiden Altsaxofonisten Grogan und Williams sind charakteristisch für das punkige Jazz-Ensemble. „Die Idee kam durch Zufall“, sagt Holub. „Irgendjemand schlug einen zweiten Altsaxofonisten vor und ich dachte, ‚Hey, zwei Altos! Das könnte man machen!‘, ich denke ich mochte die ‚hässliche Schönheit‘ dieser Kombination. Es hat etwas Harsches zwei Altos zusammen spielen zu lassen, was gut klingt wenn die Musik heavy ist. Aber es hat auch etwas bittersüßes, wenn die beiden Timbres in den stilleren Momenten aufeinander treffen.“

Seit der Gründung vor 13 Jahren, hat diese vorausdenkende Jazzband einen kontrollierten Missklang und eine „hässliche Schönheit“ entwickelt, die wir auf Umbrella Weather hören können. „Über die Zeit, glaube ich, hat sich Led Bib recht weit von meiner ursprünglichen Vision entfernt“, sagt Holub. „Es ist ein Gruppenprojekt geworden, welches beeinflusst wird durch die Interessen der anderen Mitglieder, aber ich steuere das Schiff. Das ist was Led Bib für mich so besonders macht, dass der Sound eine natürliche Evolution durchlaufen hat, mit den Ideen und Einflüssen von uns allen, und nicht etwas Vorbestimmtes ist, was einem vorgegebenem Sound entspricht.“

TRACKS
1. Lobster Terror
2. Ceasefire
3. On The Roundabout
4. Fields Of Forgetfulness
5. Too Many Cooks
6. Women’s Power
7. Insect Invasion
8. At The Shopping Centre
9. Skeleton Key To The City
10. The Boot
11. Marching Orders
12. Goodbye

Ein Service der Jazzpages - Jazz in Deutschland

Boomslang Records: Mats Gustafsson & Alfred Vogel

BLOW+BEAT
a duo recording of
MATS GUSTAFSSON (tenor / bariton & slide saxophon) and ALFRED VOGEL (drums & junk percussion)

„exquisite and excellent music – open up your ears folks!!!“ CONCERTO
The two musicians have been waiting for this since a long time. In summer 2016 they gave it a chance when Gustafsson played on Vogel´s festival BEZAU BEATZ with his power-free-jazz-trio THE THING. After a short holiday weekend Gustafsson was ready to blow and Vogel to beat. „my baritone never sounded any better“ claims the reed wizard while Vogel who was also doing the mix seems to be free as a bird can be – way up in the sky and down to earth …

Ein Service der Jazzpages - Jazz in Deutschland

CAM Jazz: Dock In Absolute CD im Mai

Dock In Absolute sind drei musikalisch hervorragend ausgebildete junge Männer aus Luxemburg (studiert haben sie u.a. in Berkeley, Rotterdam und Saarbrücken). Ihre Zusammenarbeit begann 2012 und seit dem spielen sie auf Festivals in der ganzen Welt. Die Kompositionen und Arrangements stammen aus der Feder von Pianist Jean-Philippe Koch. Die Musik bedient sich der Elemente verschiedener Stilrichtungen, von progressivem Jazz über klassische Musik bis hin zu Rock. Innerhalb der festgelegten Arrangements spielt die Improvisation eine große Rolle.

Das Trio wird von Schlagzeuger Michael Meis und dem Bassist David Kitzinger komplettiert. Michel Meis überzeugt mit spielerischer Leichtigkeit und technischer Präszision. David Kitzinger sorgte mit seinem Spiel nicht nur für ein stabiles Fundament, sondern bringt mit seinen Effekten viele Farben mit ein.

Gemeinsam mit Tonmeister Johannes Wohlleben und dem Produzenten Ermano Basso nahm die Band Mitte Dezember 2016 ihr Debüt-Album in den Bauer Studios in Ludwigsburg auf. Die CD erscheint im Mai 2017 beim renommierten Label CAM Jazz.

Ein Service der Jazzpages - Jazz in Deutschland

fixcel records: Günstige fixcel bundles im Jazzshop der Jazzpages

Kathrin Lemke - My Personal Heimat

Im Jazz-Shop der Jazzpages gibt es derzeit die aktuelle CD des Kathrin Lemke Quartetts „My Personal Heimat“ zusammen mit einer anderen CD nach Wahl aus dem Programm von fixcel records im Bundle für nur 22 Euro inklusive Versand.

shop.jazzpages.com

Ein Service der Jazzpages - Jazz in Deutschland